Wie werden wir aufgenommen?
Wir waren in der Siedlung Capanã zu Besuch und planten von dort aus einige Reisen mit Silas, dem indigenen Gemeindeleiter von Capanã. Unter anderem sollte es in die tief im Urwald liegende Siedlung Agata (Name geändert) gehen. Zwei Tage vor der Reise kam Silas allerdings mit besorgter Miene auf uns zu. Er habe gerade mit einem Pastor aus der Stadt telefoniert. Dieser Pastor wollte in der Siedlung Agata einen Ostergottesdienst durchführen, was ihm aber von einem anderen Pastor verboten worden war. Würde das auch unsere Reisepläne beeinträchtigen, da wir ebenfalls um Ostern die Siedlung besuchen wollten? Nach einigem Überlegen entschieden wir, trotzdem wie geplant hinzufahren und dann vor Ort zu sehen, wie wir aufgenommen werden. Schlimmstenfalls würden wir eben direkt weiter in die nächste Siedlung fahren.
Dann die Überraschung...
Als wir in Agata ankamen, trafen wir zu unserer Überraschung eine Familie der Apurinã, die wir gut kannten und die uns sofort herzlichst in ihr Haus einluden. Und es folgte eine zweite Überraschung: Ein alter Mann namens Matis (Name geändert) lud uns zum Kaffeetrinken ein. Schnell stellte sich heraus, dass er Musik liebte. Stolz präsentierte er uns seinen wertvollen musikalischen Besitz: eine E-Gitarre und Schellentrommeln. Nun gab es kein Halten mehr. Susanne spielte die E-Gitarre, allerdings ohne Verstärker. Matis spielte seine Schellentrommeln. Er war begeistert und wollte gar nicht mehr aufhören! Kurzerhand lud er seine ganze Großfamilie für den Abend in die Kirche zu einem Gottesdienst mit uns ein. Die Kirche war voll und wir feierten einen wunderschönen Gottesdienst.
So öffnete Gott uns die Türen und Herzen zu den Menschen dieser Siedlung und zeigte uns, dass unser Besuch von ihm bereits vorbereitet war!
