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Rückblick auf den vergangenen Bibelschulkurs in Porto Velho

Jeder Jahrgang an unserer Bibelschule für Indigene des Amazonas ist einzigartig und besonders, jeweils mit seinen ganz eigenen Erfahrungen und Herausforderungen. 

Die Schüler des vergangenen Kurses zeigten Durchhaltevermögen, waren bis zum Schluss motiviert dabei, Herausforderungen wurden erfolgreich gemeistert und wir konnten Gottes Hilfe sehen und spüren.

Doch auch an Herausforderungen hat es nicht gefehlt. So mussten wir eine Familie zurückschicken, weil das Ehepaar mehrmals gegeneinander handgreiflich geworden war. Andere wiederum waren stark gefordert, weil sie wegen geringer Portugiesisch- Kenntnisse im Unterricht nicht immer mitkamen. Auch Krankenhausaufenthalte waren nicht einfach. Andere waren frustriert, weil sie das Geld für den monatlichen Schulbeitrag lange nicht zusammenbekommen haben.

Rückblickend äußerten die Schüler, dass sie dankbar sind für alle Erfahrungen, die sie machen konnten.

Außer dem besseren Kennenlernen der biblischen Botschaft und dem Leben als Jesusnachfolger, sind fremde Mitstudenten aus anderen Ethnien zu Freunden und Glaubensgeschwistern geworden. Sie haben gelernt, in Gruppen zusammenzuarbeiten und seine Aufgaben verantwortungsvoll und zum Wohl der Gemeinschaft zu erledigen. Das Essen mit drei regelmäßigen Mahlzeiten am Tag wurde sehr geschätzt, genauso die gesundheitliche Versorgung hier auf der Station. Bis auf einen Schüler (der noch nicht verstanden hat, dass Arbeit grundsätzlich eine Gabe Gottes ist ) freuten sich alle Männer über die Arbeit am Nachmittag. Den Frauen gefiel der wöchentliche Frauentreff: Sie haben selbst biblische Geschichten erzählt, füreinander gebetet, neue Handarbeiten erlernt und Gemeinschaft erlebt.

Den Kindern der Bibelschüler hat die tägliche Förderung in ihrem eigenen Schulprogramm immens gutgetan und sie haben sich sehr gut entwickelt. Beim Ausflug mit den Kindern zum Schuljahresabschluss war das Interessanteste die Rolltreppe im Shopping-Center.

Nun sind alle Kursteilnehmer wieder in ihren Siedlungen und bringen sich in die örtliche Gemeindearbeit ein. Oft stehen sie allein und haben wenig Mitstreiter. Das ist eine Herausforderung, besonders, nachdem sie während des Bibelschuljahres viel Gemeinschaft erleben konnten. Unser Gebet ist, dass sie weiter wachsen im Glauben und Gott durch sie in den vielerorts noch unerreichten Siedlungen wirken kann. 

Myriam Blind
Missionarin in Brasilien