Hallo, ich heiße Márcio und wurde am 11. Januar 2008 in Jatobá, einem Manchineri-Dorf im Bundesstaat Acre, Brasilien, geboren. Meine Großmutter war die Hebamme unseres Dorfes. Zusammen mit meinen acht Geschwistern durfte ich in einem christlichen Elternhaus aufwachsen. Viele Jahre lebte ein amerikanischer Missionar in unserem Dorf und erzählte uns von Jesus. Dadurch haben viele Menschen bei uns zum Glauben gefunden. Mit 17 Jahren übergab auch ich mein Leben Jesus. Meine Mutter hat mich auf diesem Weg begleitet und war an dieser wichtigen Entscheidung maßgeblich beteiligt.
Da bereits vier Menschen aus meinem Dorf das MCTA besucht haben, darunter auch mein Bruder, entstand schon früh der Wunsch in mir, dort weiterzulernen. Allerdings musste ich warten, bis ich volljährig war. Als mein Cousin Genilson im Dezember während der Ferien vom MCTA in unser Dorf zurückkehrte, erzählte er mir viel von seiner Zeit dort. Daraufhin bat ich ihn, nachzufragen, ob es auch für mich einen Platz gäbe.
Meine Freude war riesig, als dieser Wunsch Wirklichkeit wurde und ich im Februar gemeinsam mit ihm die lange Reise zum MCTA antreten durfte. In unserem Dorf wird selbst in der Schule überwiegend unsere Stammessprache gesprochen. Deshalb muss ich mein Portugiesisch noch verbessern. Im nächsten Jahr möchte ich die letzten drei Jahre meiner Schulausbildung beginnen.
Sehr gerne besuche ich die indigene Gemeinde der Kadiwéu hier im Dorf. Außerdem liebe ich Musik und spiele Gitarre. Die morgendlichen Andachten und Gebetsstunden auf der Station bedeuten mir viel und stärken mein geistliches Leben. Besonders schätze ich am MCTA die Vielfalt der Menschen, denen ich hier begegne. Von vielen konnte ich bereits wertvolle Dinge lernen. Nur eines verstehe ich bis heute nicht: Die Missionare sagen immer, dass Salat gesund ist – aber davon habe ich bislang noch nichts gemerkt!
Ich bin sehr dankbar für das Vorrecht, hier sein zu dürfen, und danke allen, die das möglich machen. Mit Freude und Spannung blicke ich in die Zukunft und bin gespannt, was Jesus, dem ich nachfolge, noch mit meinem Leben vorhat.
