Indigene Siedlungen im Großraum Asunción
Die Abwanderung in die Stadt ist ein ständiges Phänomen unter den Indigenen, die eine wirtschaftliche Erleichterung suchen oder einfach aus einer schwierigen Situation flüchten. Ihre politische und soziale Struktur bleibt erhalten, ebenso die Weltanschauung. Teilweise verstärken sich religiöse Traditionen sogar, manche Siedlungen haben ein kultisches Haus. Auch in städtischen indigenen Gemeinschaften gibt es Fälle von Kindesmissbrauch, Prostitution, häuslicher Gewalt, Alkoholismus, Drogenabhängigkeit usw.
Viele Indigene erbetteln von den wartenden Autofahrern an den Ampeln Münzen für ihren täglichen Lebensunterhalt. Sie halten das für einen Job. Teilweise verkaufen sie Schnitzereien, auch die Kinder müssen ihren Beitrag auf der Straße verdienen.
Zu Besuch in diesen Siedlungen
Eine Gruppe junger paraguayischer Geschwister besucht seit einiger Zeit solche Siedlungen mit Erlaubnis der Häuptlinge. Unser Ziel ist, uns bald mit einer DIPM-Missionarin ihnen anzuschließen und sie zu unterstützen.
Für Erwachsene werden Alternativen zu ihrem Alltag angeboten. Zum Beispiel kommen die Frauen zusammen, fertigen gemeinsam Handarbeiten, die sie verkaufen können und führen nebenher Gespräche. Für die Männer gibt es die Möglichkeit, Gitarre zu lernen.
Schwerpunktmäßig besteht der Dienst aber darin, Kindern Nachhilfe zu geben, da viele von ihnen keine offiziellen Papiere haben und deshalb an der Schule nicht aufgenommen werden. So gibt es für die Kinder schulischen Unterricht, Andachten mit biblischen Geschichten und immer auch eine gemeinsame Mahlzeit.
Bereits von Beginn an lernten die Kinder Lieder mit der guten Botschaft von Jesus. Ein paar Wochen später erzählten die Eltern: „Sie singen die Lieder den ganzen Tag und wir kennen sie dadurch auch schon.“ Es ist ermutigend, zu sehen, dass das Wort Gottes durch die Musik gesät wird und dass Musik den Kindern gut tut. All dies sind Möglichkeiten, um Gespräche zu beginnen, die zu Christus führen.
